Ein natürliches Zusammenspiel sichert das Überleben des Kreuzenzian-Ameisenbläulings

Das zahlreiche Vorkommen des Kreuzenzians Gentiana cruciata  auf dem ehemaligen Standortübungsplatz in Tauberbischofsheim ist schon eine außergewöhnliche Besonderheit im Taubertal. Es ist das mit Abstand größte Vorkommen dieser gefährdeten Pflanzenart in Baden-Württemberg außerhalb der Schwäbischen Alb. So beurteilen wissenschaftliche Mitarbeiter des Staatlichen Museums für Naturkunde in Karlsruhe die Situation auf diesen ökologisch hochwertigen Flächen im geplanten Naturschutzgebiet.

 In direkter Abhängigkeit vom Kreuzenzian steht das Vorkommen des ebenfalls gefährdeten Kreuzenzian- Ameisen- Bläulings, Maculinea rebeli. Die Raupen dieses Falters ernähren sich ausschließlich von dieser Pflanze. Die gegenseitige Abhängigkeit ist aber nicht allein verantwortlich für den sicheren Fortbestand dieser Bläulings- Art. Ein weiterer Partner, eine Wirtsameise aus der Gattung Myrmica ist unbedingt notwendig für den Entwicklungszyklus dieses Bläulings. Die Wirtsameisen beanspruchen wiederum äußerst magere, lückige Böden und eine schonende Art der Landschaftspflege.  All diese Faktoren im Einzelnen wie auch im komplexen, empfindlichen Zusammenspiel entscheiden über den Fortbestand dieses Falters.

Nur wer diese Zusammenhänge erkennt und begriffen hat, versteht die absolute Notwendigkeit, die künftige Landschaftspflege, so wie sie jahrzehntelang erfolgt ist, durch die Natur schonende Schafbeweidung fortzusetzen.

Zum allgemeinen besseren Verständnis erläutert Dipl. Biologe Dr. Matthias Sanetra, wissenschaftlicher Mitarbeiter dieses Projektes, am Beispiel zweier im Gebiet vorkommender Bläulingsarten dieses interessante und  überlebenswichtige Zusammenspiel.

(s. Bericht  unter Fauna, speziell bei Schmetterlingen)

 

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