Information über ein wissenschaftliches Projekt im MTK

Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe Erbprinzenstr. 13 – D-76133 Karlsruhe

Bio- und geowissenschaftliches Forschungsinstitut

Das Taubertal im Allgemeinen und der Raum um Tauberbischofsheim im Speziellen zeichnen sich durch eine hohe Biodiversität wärmeliebender Insekten aus. Zum Schutz dieser Artenvielfalt wird im April 2013 von unserem Hause das auf drei Jahre angelegte wissenschaftliche Projekt „Biodiversität von Bläulingen und ihren Ameisenpartnern“ gestartet, das von der Stiftung Naturschutzfonds des Landes Baden-Württemberg gefördert wird.

In dem Projekt wird es darum gehen, das enge Zusammenspiel bei den mit Ameisen vergesellschafteten (myrmekophilen) Bläulingen mit ihren Wirtspflanzen intensiv zu untersuchen. Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, zum Schutz dieser sensiblen Bläulingsarten das Wissen über ihr Vorkommen, ihre Futterpflanzen und Ameisenpartner in der Region auf den neuesten Stand zu bringen. Präzise Kenntnisse der regionalen Lebensgewohnheiten der Tiere sind die Voraussetzung, um Konzepte für einen effektiven Schutz dieser Arten zu erarbeiten. Die Untersuchungen in diesem Projekt wird Dipl. Biologe Dr. Matthias Sanetra durchführen. Antragsteller für das Projekt ist das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe (SMNK) und es steht in Kooperation mit dem Artenschutzprogramm der LUBW – Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Projektpartner sind der Kommunale Landschaftspflegeverband Main-Tauber e.V. sowie die NABU-Ortsgruppen Külsheim, Lauda-Königshofen und Tauberbischofsheim.

 Das verhältnismäßig große Vorkommen speziell des Kreuzenzians auf dem ehemaligen Standortübungsplatz in Tauberbischofsheim steht im direkten Zusammenhang mit Vorkommen des stark gefährdeten Kreuzenzian-Ameisenbläulings (Maculinea rebeli). Ich beabsichtige 2013 zusammen mit weiteren Mitarbeitern, diese hoch interessante Fläche an einzelnen Tagen zu besichtigen. Bei geeigneter Wetterlage ist dort das nächtliche Anlocken von Faltern durch Licht vorgesehen, um gerade das bisher nicht speziell untersuchte Vorkommen von Nachtfaltern zu dokumentieren. Auch diese Untersuchung erfolgt in Absprache mit der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart und der unteren Naturschutzbehörde beim LRA in Tauberbischofsheim und dient der wissenschaftlichen Kartierung von Lepidoptera für die Landesdatenbank Schmetterlinge Baden-Württembergs, die am SMNK betreut wird. – Die betroffenen örtlichen Jäger werden unterrichtet, damit diese Handlung bei Dunkelheit mit Kunstlicht nicht für Irritationen sorgt.

Robert Trusch

Dr. Robert Trusch, Kurator Lepidoptera, Abt. Biowissenschaften, Ref. Entomologie, Staatliches Museum für Naturkunde

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.